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Rollrasen aus Niedersachsen

Vom Feld zur Spielfläche - So entsteht Rollrasen
Rollrasen ist echtes Handwerk Bevor Rollrasen in deinem Garten liegt, wächst er bis zu 18 Monate auf dem Acker – mit viel Aufwand und Know-how.
Mehr als nur grün Rollrasen schützt den Boden, speichert Kohlenstoff und produziert Sauerstoff – ohne künstliche Zusätze.
Vielfalt mit Funktion Rollrasen passt überall dort, wo es schnell grün, dicht und belastbar sein soll – ob im eigenen Garten, als Spielfläche im Park oder als grüne Oase mitten in der Stadt.

Rollrasen ist aus modernen Gärten, Parks und Sportanlagen kaum wegzudenken. Doch kaum jemand weiß, wie aufwendig seine HerstRollrasen ist aus modernen Gärten, Parks und Sportplätzen kaum noch wegzudenken. Doch wusstest du, dass hinter dem grünen Teppich echte Landwirtschaft steckt? Wie wächst Rollrasen eigentlich? Wie lange dauert das – und was passiert mit dem Boden, wenn der Rasen abgeschält wird?

Beim klassischen Spiel- und Sportrasen kommen unter anderem Wiesenrispe, Deutsches Weidelgras, und Rotschwingel zum Einsatz.

Um genau das herauszufinden, haben wir mit Dr. Stefan Wille gesprochen. Gemeinsam mit seiner Frau Lisa baut er auf mehreren Hektar in Mahlum (Niedersachsen) Rollrasen an – im Freiland, mit viel Geduld und Know-how.
Seine Einblicke zeigen: Rollrasen ist mehr als ein Baumarktprodukt – er ist ein lebendiges Kulturgut vom Acker.

Was ist Rollrasen eigentlich?

„Rollrasen ist ein lebendes Produkt, das den Boden schützt, für einen Temperaturausgleich sorgt, Sauerstoff produziert, die Luftqualität verbessert und Erosionsschutz betreibt“, erklärt Wille. Anders als oft vermutet, enthält hochwertiger Rollrasen keine künstlichen Zusatzstoffe wie Kunststoffnetze oder Plastikhalme. Die Gräsermischung variiert je nach Einsatzzweck: Beim klassischen Spiel- und Sportrasen kommen unter anderem Wiesenrispe, Deutsches Weidelgras, und Rotschwingel zum Einsatz.

Dr. Stefan Wille und seine Frau Lisa bauen auf mehreren Hektar in Niedersachsen Rollrasen im Freiland an

Wie wächst Rollrasen – und wie lange dauert das?

„Rollrasen wird im Freiland angebaut und im optimalen Fall nach 1 bis 1,5 Jahren geerntet“, so Wille. Das bedeutet: viel Geduld – und intensive Pflege. Während der Wachstumszeit wird der Rasen regelmäßig gemäht, gedüngt, gestriegelt, das Schnittgut abgesaugt und gewalzt.

Wie funktioniert die Ernte?

„Rollrasen wird unterirdisch abgeschnitten, je nach Rollengröße auf Länge geschnitten und anschließend aufgerollt.“ Danach wird er auf Paletten gestapelt – halb- oder vollautomatisch, je nach Verfahren. Bei diesem Verfahren spricht man von einer Dünnsode. Im Dicksodenverfahren, wie im Sportplatzbau oft angewendet, wird der Rasen in große Rollen bis zu 1,5 m Durchmesser aufgerollt.

Was passiert mit dem Boden – und wie wächst Rollrasen weiter?

Beim Ernten wird der Rasen samt oberster Bodenschicht abgeschält. Laut Dr. Wille ist das kein Problem, denn: „Rollrasen ist selbstverträglich – aber nach Möglichkeit ist ein Fruchtwechsel empfehlenswert.“ Somit kommen nach der Ernte entweder neue Rasensaaten oder andere Kulturen wie Getreide oder Zwischenfrüchte auf den Acker.

Auch im Garten wächst der Rollrasen nach dem Verlegen aktiv weiter. „Rollrasen wird ausgesät – dafür wird der Standort in einem aufwendigen Verfahren mit vielen Arbeitsschritten vorbereitet.“ „Nach dem Verlegen bildet der Rasen neue Wurzeln und wächst fest in den Gartenboden ein – vorausgesetzt, die Fläche ist richtig vorbereitet: ohne Steine, gut rückverfestigt, mit funktionierendem Wasserabfluss und idealerweise einer Startdüngung.

Unterschied zum Selbersäen – und typische Pflegefehler

„Im Grunde ist Rollrasen nichts anderes als gesäter Rasen. Wir nehmen dem Kunden nur die schwierige Phase – die Jugendentwicklung – ab.“ Nach rund 14 Tagen ist Rollrasen begehbar – ein Vorteil, wenn es schnell gehen soll. Zusätzlich ist er frei von Unkräutern.

Pflege braucht er trotzdem. „Ein gutaussehender, dichter Rasen braucht eine gute Pflege – egal ob er angesät wurde oder ob es Rollrasen ist.“ Dazu gehören regelmäßiges Mähen, Düngen und ausreichende Bewässerung – besonders in den ersten Wochen. Ein häufiger Fehler: „Bei warmen Sommertagen wird der Wasserbedarf in den ersten zwei Wochen unterschätzt.“

Wetterextreme und schwierige Flächen

Auch bei Starkregen bleibt Rollrasen stabil. „Rasen ist sehr strapazierfähig – auch bei zu viel Wasser. Größeren Schaden nimmt er erst, wenn er mehrere Tage unter Wasser steht.“ Selbst in Hanglagen lässt sich Rollrasen verlegen – mit kleinen Hilfsmitteln: „Dazu werden Rasennägel eingesetzt, die ein Abrutschen der Rasensoden verhindern.“

Und wie ökologisch ist das Ganze?

Ein häufiges Vorurteil: Rasenflächen seien sterile Monokulturen. Wille widerspricht: „Im Rasen leben unzählige Lebewesen wie z. B. Regenwürmer, Larven, Ameisen, Tausendfüßler, Wanzen, Asseln, Bakterien, Viren, Pilze – und noch viele mehr.“ Außerdem: „Rasen ist ein riesiger Kohlenstoffspeicher bzw. Senker.“ Und: „Rollrasenfelder sind Sauerstoffproduktionsanlagen – durch ihre große Blattfläche pro m² sind sie deutlich produktiver als Wald oder andere landwirtschaftliche Kulturen.“

Fazit: Rollrasen – ein lebendiges Produkt mit vielen Funktionen

Rollrasen ist kein „einfacher grüner Teppich“, sondern ein professionelles, qualitativ hochwertiges Produkt mit viel Einsatz und Knowhow. Seine Herstellung dauert viele Monate, er erfüllt auf dem Acker wie im Garten ökologische Funktionen – und er braucht Pflege, um langfristig gesund zu bleiben.

Ob als Spielfläche, Zierfläche oder in öffentlichen Grünanlagen – Rollrasen ist dort sinnvoll, wo Zeit, Dichte und Belastbarkeit eine Rolle spielen.

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