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Landschaftspflege mit Schafen

Beweidung mit Schafen: Pascal Schneider ist Schäfer mit Leib und Seele
Traumberuf Schäfer Pascal Schneider aus Potsdam hat seine Leidenschaft für Schafe zum Beruf gemacht und baut sich eine eigene Schäferei auf.
Schafe pflegen Naturflächen Seine Tiere halten Wiesen und Freiflächen auf natürliche Weise frei von Bewuchs und ersetzen Maschinen.
Nachhaltige Landschaftspflege Trotz Wolfsgefahr und wenig eigenem Land will Pascal seine Herde deutlich vergrößern und Landschaftspflege nachhaltiger machen.

Pascal Schneider aus Potsdam ist Schäfer mit Leib und Seele. Der 23-Jährige setzt seine Lieblingstiere in der Landschaftspflege ein

Wenn Pascal Schneider mit seinem Auto auf den Feldweg einbiegt, wird er freu­dig am Weidezaun erwartet. „Meine Schafe erkennen meinen Wagen am Motorengeräusch und kommen mir entgegengelaufen“, erzählt der Student der Agrarwissenschaften lachend. Conny, Ida, Petra und Dörte heißen vier seiner insgesamt 45 Schafe. Den Entschluss, sich mit einer Schäferei im Nebenerwerb selbstständig zu machen, fasste er nach seiner Ausbildung zum Landwirt vor rund zwei Jahren. „Da ich nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, besitze ich weder Stallungen noch eigenes Grünland, das für die Haltung von Tieren nötig wäre“, erklärt Pascal Schneider.

„Die Beweidung mit Schafen ist eine sehr umweltfreundliche Methode, um die Flächen zu pflegen“

Seinen Traum, sich eine Existenz in der Landwirtschaft aufzubauen, möchte er jetzt als Schäfer realisieren. „Schafe haben tolle Eigenschaften. Sie sind genügsam in der Haltung und sehr zutraulich, sodass man schnell eine enge Bindung zu ihnen aufbauen kann“, beschreibt der Brandenburger die tierischen Vorzüge. Seine Familie bestärkt ihn beim Aufbau seiner Schafzucht: „Meine Freundin Larissa und unsere Eltern helfen und unterstützen mich.“

Die Beweidung mit Schafen ist eine sehr umweltfreundliche Methode, um die Flächen zu pflegen.

Pascal setzt auf alte Nutztierrassen

Um von der Schäferei leben zu können, will der Potsdamer seine Herde auf rund 500 Tiere vergrößern. Ein bis zwei Lämmer bringt ein Mutterschaf nach einer fünfmonatigen Tragezeit zur Welt. Bei der Züchtung setzt der 23-Jährige auf alte Nutztierrassen wie beispielsweise das Bentheimer Landschaf, die Ostpreußische Skudde oder das Gotländische Pelzschaf. „Diese Tiere sind sehr widerstandsfähig und robust“, so Pascal Schneider. Von Januar bis Dezember leben seine Schafe im Freien und grasen auf Wiesen und Weiden oder fressen auf abgeernteten Ackerflächen das restliche Getreide ab.

Nach etwa fünf Monaten Tragezeit bekommt ein Mutterschaf in der Regel ein bis zwei Lämmer.


Tierische „Rasenmäher” sind gefragt

Die Nachfrage nach tierischen „Rasenmähern“ ist groß. Die gelockten Landschaftspfleger kommen in der umliegenden Region unter anderem in großen Naturschutzgebieten oder auf Freiflächen mit Photovoltaikanlagen zum Einsatz. „Die Beweidung mit Schafen ist eine sehr umweltfreundliche Methode, um die Flächen zu pflegen“, erklärt Pascal Schneider.

Von Mai bis November bringt er die Herde an die unterschiedlichsten Auftragsorte. Je nach Entfernung entweder zu Fuß oder mit dem Viehtransporter. Immer mit dabei sind große Wasserkübel. „Eine ausreichende Wasserversorgung für die Tiere ist unerlässlich. In den Sommermonaten trinkt jedes Schaf rund fünf bis acht Liter Wasser pro Tag“, berichtet der junge Schäfer. Zusammen mit seiner Freundin macht Pascal Schneider mindestens einmal täglich bei den Schafen Halt, um nach dem Rechten zu schauen. „Wir kontrollieren, ob es allen Tieren gut geht und sie keine Verletzungen haben. Außerdem überzeuge ich mich regelmäßig davon, dass die elektrischen Weidezäune funktionieren.“

Schafe gelten als genügsam und zutraulich.

Elektrozäune schützen vor Wölfen

In Brandenburg ist die wachsende Wolfspopulation ein zunehmendes Problem. Pascal Schneider hat in 25 moderne Elektroweidezäune investiert. Eine Schutzmaßnahme, die die Schafe vor Wolfsangriffen bewahren soll. „Wölfe sind sehr intelligente Tiere. Sie reagieren auf elektrische Schläge äußerst empfindlich und speichern diese als abschreckende Erfahrung ab“, sagt der Schafhalter. „Bisher gab es bei uns zum Glück noch keinen Übergriff.“

Aber die Sorge, dass seine Schafe trotz der 1,20 Meter hohen Umzäunung von Wölfen attackiert werden könnten, bleibt angesichts der stetig steigenden Wolfszahlen bestehen. Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) leben in Brandenburg die meisten Wölfe in Deutschland. Im Beobachtungszeitraum 2022/2023 wurden hier insgesamt 52 Rudel sicher bestätigt.

Schäferei als Traumjob

Für die Zukunft wünscht sich der engagierte Schäfer neben einem bundesweit verbesserten Management zur Wolfabwehr eine noch nachhaltigere Landschaftspflege. „Betreiber und Investoren von Solarparks sollten dazu verpflichtet werden, die Pflege der Freilandflächen durch Schafbeweidung sicherzustellen. Oft werden diese Flächen von Traktoren gemäht, und das Gras bleibt ungenutzt liegen.“ Trotz aller Herausforderungen kann sich Pascal Schneider keinen anderen Beruf vorstellen. „Für mich gibt es nichts Schöneres, als mit meinen Tieren in der Natur zu sein. Wenn es ihnen gut geht, bin ich rundum glücklich!“

Weitere Fotos und Videos auf Instagram: schafhof_potsdam

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