Warum weniger Gießen oft die bessere Wahl ist
An heißen Sommertagen möchtest du deinen Pflanzen etwas Gutes tun und greifst schnell zur Gießkanne. Doch häufiges, oberflächliches Gießen hat einen Nachteil: Die Wurzeln bleiben nah an der Oberfläche, wo der Boden besonders schnell austrocknet.
Pflanzen werden widerstandsfähiger, wenn sie seltener, aber gründlich gegossen werden. Das Wasser dringt dann in tiefere Bodenschichten vor und regt die Wurzeln an, selbst nach Wasser und Nährstoffen zu suchen.
Das Ergebnis: kräftigere Pflanzen, die Trockenphasen besser überstehen und weniger häufig gegossen werden müssen.

7 Tipps für cleveres Gießen
1. Gieße seltener, aber gründlich
Ein kräftiger Gießvorgang bringt das Wasser dorthin, wo es gebraucht wird. Salat kann bis zu 60 Zentimeter tief wurzeln, Kohl sogar bis zu 90 Zentimeter. Genau dort sollte das Wasser ankommen.
2. Gieße am frühen Morgen
In den kühlen Morgenstunden nehmen Pflanzen Wasser besonders gut auf. Gleichzeitig verdunstet weniger Feuchtigkeit. An sehr heißen Tagen mit Temperaturen über 28 Grad gießt du am besten zwischen 20 Uhr abends und 8 Uhr morgens.
3. Mach die Kratzprobe
Bevor du gießt, lohnt sich ein kurzer Blick in den Boden. Kratze die oberste Erdschicht leicht zur Seite. Ist die Erde darunter noch dunkel und feucht, brauchen deine Pflanzen meist kein zusätzliches Wasser.
4. Gieße direkt an der Wurzel
Gieße möglichst bodennah und direkt an die Pflanze. So verdunstet weniger Wasser. Außerdem bleiben die Blätter trocken, wodurch sich Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule schlechter ausbreiten können.
5. Hacken spart Wasser
Regelmäßiges Lockern der Erde verbessert die Wasseraufnahme. Ein gut gelockerter Boden speichert Wasser besser und hilft den Pflanzen, länger davon zu profitieren.
6. Nutze einen Gießwall
Ein kleiner Erdwall rund um die Pflanze hält das Wasser genau dort, wo es gebraucht wird. So versickert weniger Wasser ungenutzt.
7. Mulchen statt mehr gießen
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Pflanzenresten schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung. Dadurch verdunstet weniger Wasser und der Boden bleibt länger feucht.
Welches Gemüse braucht wie viel Wasser?
Nicht jedes Gemüse hat den gleichen Durst.
Durstige Gemüse
Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Paprika, Salat, Mangold und Melonen benötigen bei längerer Trockenheit etwa zwei Mal pro Woche rund zwei bis drei Liter Wasser pro Pflanze.
Genügsame Gemüse
Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Rote Bete, Pastinaken und viele Kohlarten kommen deutlich länger ohne Wasser aus. Tief wurzelnde Kohlpflanzen brauchen bei Trockenheit oft nur etwa alle zwei Wochen eine gründliche Wassergabe.
Gut zu wissen
Hängen die Blätter deiner Gemüsepflanzen mittags schlaff herunter? Das muss kein Zeichen für Wassermangel sein. Viele Pflanzen reduzieren bei großer Hitze bewusst ihre Verdunstung und lassen die Blätter hängen. Sehen sie am nächsten Morgen wieder frisch aus, sind sie meist ausreichend versorgt. Auch der Morgentau trägt zur Wasserversorgung bei. Pflanzen können einen Teil der Feuchtigkeit direkt über ihre Blätter aufnehmen.
Nach längeren Trockenphasen solltest du Tomaten lieber in mehreren kleinen Gießgängen wässern. So verringerst du das Risiko, dass die Früchte aufplatzen.
Das bedeutet das für dich
- Du sparst Wasser und Zeit beim Gießen.
- Deine Pflanzen werden widerstandsfähiger gegen heiße Sommertage.
- Mit einfachen Tricks bleibt dein Gemüse auch bei Trockenheit länger gesund.
Weitere Infos: https://www.meine-ernte.de/selbstversorgung/pflege-ernte/bewaesserung/