Mehr Platz in den Buchten, überdachter Auslauf, Beschäftigungsmaterial: Mit seinem neuen Stall erfüllt Jan Ole Oestmann die Tierwohlstandards der Haltungsform- Stufe 3 und ist Partner des Tierwohlprogramms “K-Respekt fürs Tier” von Kaufland
Jede halbe Stunde platzieren sich rund ein Dutzend Schweine unter den Dosierern der automatischen Einstreuanlage im Außenbereich des Maststalls. Die Tiere lieben es, sich hier mit dem Stroh berieseln zu lassen oder sich an frischer Luft zu suhlen. Das beruhigt und beschäftigt sie zugleich, weil sie ihrem Naturell entsprechend wühlen und sich wohlfühlen können.
„Je höher die Haltungsstufen der Tiere sind und damit verbunden auch die Kosten, desto schwieriger ist es, einen Partner zu finden, der einem die Tiere zuverlässig abnimmt“
Jan Ole Oestmann, Schweinehalter
Tierwohlstall seit 2022
Der 2022 errichtete Tierwohlstall von Jan Ole Oestmann entspricht mehr als den Standards der Haltungsform-Stufe 3. Das heißt insgesamt 1,5 m² Platz pro Tier in den Buchten des Innenbereichs, der mit Vollspaltenboden ausgestattet ist, sowie im Außenbereich, der mit Stroh eingestreut wird. Tränken und Breiautomaten in den Buchten versorgen die 1.500 Tiere rund um die Uhr mit Futter und frischem Wasser.

„Die Schweine betätigen die Automaten selbstständig und vermischen das gentechnikfreie Trockenfutter mit Wasser“, erklärt der Schweinemäster aus Rethem. Rund 2,8 Kilo von diesem Brei frisst ein Schwein täglich, um ein Kilo zu wachsen. „Bei uns liegt die Tageszunahme bei rund 900 Gramm“, so Oestmann. Mit 28 Kilo kommen die in Schleswig-Holstein geborenen Ringelschwanzferkel auf seinen Hof. Nach rund 100 Tagen haben die Schweine 120 Kilo Gewicht erreicht und werden 90 Kilometer weit in einen Schlachthof transportiert. Weiterverarbeitet und in die Kaufland-Filialen verteilt werden die Fleischprodukte von verschiedenen Standorten der Kaufland Fleischwerke aus.
Je höher die Haltungsstufe, desto schwieriger die Partnersuche
„Je höher die Haltungsstufen der Tiere sind und damit verbunden auch die Kosten, desto schwieriger ist es, einen Partner zu finden, der einem die Tiere zuverlässig abnimmt“, weiß der junge Landwirt zu berichten. Das liegt unter anderem daran, dass die Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten noch immer preiswert einkaufen möchten. Das bestätigt auch die PwC-Studie „Voice of the Consumer Survey 2025“. Zwar würde die Gesellschaft Tierwohl fordern, aber 61 Prozent der Befragten geben an, beim Lebensmitteleinkauf zunächst einmal auf den Preis zu achten.
Oestmann ist auf einem Familienhof aufgewachsen, auf dem sein Vater einen Mastschweinebetrieb der Haltungsstufe 2 führt und den Jan Ole später gemeinsam mit seinen zwei Brüdern übernehmen wird.
Zukunftssicher durch Tierwohlstall
Er hat sich auf seinem Hof bewusst für einen Tierwohlstall entschieden. „Mit dem Stall habe ich mich zukunftssicher aufgestellt. Die Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher gehen immer mehr in Richtung einer tierwohlgerechteren Haltung und eines Auslaufs für die Schweine“, prognostiziert der Landwirt.

„Bei Kaufland nehme ich an dem Tierwohl-Programm ‚K-Respekt fürs Tier‘ teil. Ich habe für die Partnerschaft einen Fünf-Jahres-Vertrag abgeschlossen und damit mittelfristig Planungssicherheit bekommen“, erzählt der Niedersachse weiter. Dafür muss er bestimmte Kriterien erfüllen: Die Tiere müssen in Deutschland geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet und verarbeitet werden. Lange Transportwege sind ausgeschlossen. Der Stall muss den Tieren mindestens 47 Prozent mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben bieten, Beschäftigungsmaterial sowie einen Auslauf und gentechnikfreies Futter.
Die Zusammenarbeit mit Kaufland verläuft unkompliziert und verlässlich. Vier Wochen bevor die Tiere ihr Gewicht erreicht haben, meldet er die Anzahl der Tiere an, die dann pünktlich abgeholt werden. „Ich mache jeweils morgens und abends einen Kontrollgang durch die Buchten. Mir würde sofort auffallen, wenn es einem Tier nicht gut gehen würde,“ sagt Oestmann. „Aber unsere Schweine sind gesund. Das bestätigt ihre gute Leistung.“