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Moderne Milchviehhaltung in Deutschland

Am Beispiel eines offenen und hellen Boxenlaufstalls

Forum Moderne Landwirtschaft e.V.

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Henning Renk, Landwirt aus Soltau

Rund 80 Milchkühe versorgen der 31-jährige Landwirt Henning Renk und seine Eltern auf dem konventionellen Betrieb am Ortsrand von Soltau. Zweimal täglich wird gemolken, um 6 Uhr und um 16.30 Uhr. Einmal pro Tag legt der niedersächsische Landwirt mit dem Futtermischwagen das Futter für die Kühe im Stall auf dem so genannten Futtertisch vor. Dieses besteht aus betriebseigener Mais- und Grassilage, Soja, Raps und Mineralstoffen. So kann jede Kuh nach eigenem Bedarf fressen. Wichtig ist, dass immer ausreichend Futter zur Verfügung steht.

Um das Tierwohl maßgeblich noch zu erhöhen, hat Familie Renk 2015 einen neuen offenen und hellen Boxenlaufstall gebaut. Er bietet neben viel Frischluft, mit Stroh eingedeckte Liegeplätze für jedes Tier, Laufgänge, auf denen sich die Kühe frei bewegen können, elektrische Massagebürsten und einen separaten Außenbereich. Im Stall fühlen sich die Tiere bei jedem Wetter wohl, da schnell verschließbare Folien als Witterungsschutz dienen. „Unseren Tieren geht es sehr gut. Deshalb liefert jede Kuh im Schnitt pro Jahr deutlich mehr Milch, als es im Durchschnitt der bundesdeutschen Betriebe üblich ist“, erzählt Henning Renk.

Jeden Tag beobachten er und seine Eltern intensiv das Fressverhalten ihrer Kühe, das Wiederkauen, ihre Bewegungsabläufe, das Fell und die Klauen. Hinzu kommt eine Leistungsprüfung, die elfmal im Jahr von einem Kontrolleur vorgenommen wird. „Tiere, denen es gut geht, leben länger. Adele, unsere älteste Kuh ist 20 Jahre alt geworden“, berichtet der Landwirt stolz. Er ist davon überzeugt, dass sich die Haltungsformen der modernen Landwirtschaft positiv aufs Tierwohl auswirkt. „Früher gab es die Anbindehaltung oder die Tiere standen bei Wind und Wetter auf der Weide. Aber extreme Wetterbedingungen lösen Stress bei den Tieren aus. In unserem Stall können sie sich 365 Tage im Jahr wohlfühlen.“

 

Björn Meyer, Landwirt aus Kirchdorf

Björn Meyer hält auf seinem Milchviehbetrieb in Kirchdorf rund 330 Kühe. Doch das ist längst nicht alles, denn neben seinen Milchkühen sind für ihn auch viele fleißige Helfer unterwegs. Björn hat seinen Stall vor einiger Zeit komplett digitalisiert. „Das spart schon einiges an Arbeitszeit und ich kann mich noch stärker auf die Gesundheit meiner Tiere konzentrieren“, sagt der Landwirt. Die Digitalisierung fängt bei ihm bereits bei der Fütterung an. Dafür hat er ein komplettes System vom Technikhersteller Lely im Einsatz. Hier hat jede Kuhherde ihre eigene Futterration und Mischung.

Per Greifer wird das Futter aus dem Lager in den Futterroboter geladen. Dieser mischt dann die einzelnen Bestandteile zusammen und macht sich über ein vorher eingespeichertes Fahrsystem auf den Weg zu den Tieren. Im entsprechenden Stall angekommen, verteilt der Futtermischer das Futter und kümmert sich auch um das automatische ranschieben ans Fressgitter. Damit sind die Kühe den ganzen Tag über mit frischen Futtermitteln versorgt. Auch das Melken übernimmt der Landwirt hier nicht mehr selbst, dafür ist der Melkroboter im Einsatz. Der Vorteil: Kühe sind Gewohnheitsstiere und gehen am liebsten immer zu den gleichen Zeiten zum Melken. Das ist dank des automatischen Melkvorgangs auch möglich. Das fördert das Tierwohl im Stall.

Halsbänder an der Kuh messen die Vitalwerte des Tieres. Der Landwirt aus Kirchdorf-Scharringhausen kann dadurch also jederzeit auf seinem Smartphone sehen, wie es dem einzelnen Tier geht. Auch um die Ausscheidungen muss sich Björn Meyer keine Gedanken machen, denn die werden automatisch alle Stunde vom Gülleschieber direkt abtransportiert und weitergeleitet in die Biogasanlage. Damit wirtschaftet der Landwirt nicht nur digital, sondern auch emissionsarm und erzeugt nebenher noch grüne Energie, die er in das Netz einspeist. Seine Roboter werden davon aber nicht betrieben, dafür nutzt er Solarpanelen auf seinem Stalldach.

Tags: Tier

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