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Kräuteranbau: abwechslungsreich und aufwendig

Köstliche Kräuter und gesunde Heilpflanze

Forum Moderne Landwirtschaft e.V.

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Eigentlich wollte sich Elisabeth Graaff nach ihrem Studium bei einem Unternehmen als Agrarwissenschaftlerin bewerben. Doch dann entschloss sie sich, in dem Familienbetrieb Rheinlandkräuter zu arbeiten.

„Die Aufgaben in unserer Firma sind so vielfältig und unsere Kulturen so schnelllebig“, erzählt die 26-Jährige. „Das macht einfach enorm viel Spaß.“

Von Kräutern wie Petersilie und Schnittlauch bis hin zu Salbei und Ringelblume baut der Betrieb, der zwischen Köln und Aachen liegt, über 15 verschiedene Kräuter an – sowohl auf biologische als auch konventionelle Art. Dazu kommen noch Rhabarber, Feldsalat und Rucola. „Mit den Kräutern beliefern wir zwei verschiedene Märkte“, erklärt Elisabeth Graaff. Für den Frischmarkt werden von April bis November täglich Petersilie, Dill, Koriander oder Minze von den Kunden geordert, direkt auf den Feldern gebündelt und noch am selben Tag mit LKWs abtransportiert. Für die verarbeitende Industrie werden Zitronenmelisse oder Kamille geerntet, getrocknet, anschließend gelagert und nach Absprache versandt.

 

Zwei Märkte – unterschiedliche Prozesse

Die Pflege und Ernte der Frischkräuter und der getrockneten Kulturen unterscheiden sich erheblich voneinander. „Bei den frischen Kräutern ist die Ernte zu 100 Prozent reine Handarbeit“, erklärt die Landwirtin. Dagegen werden die zu trocknenden Kräuter mit Spezialmaschinen geerntet. Ohne händische Tätigkeit geht dies aber auch nicht: Die Unkräuter müssen per Hand entfernt werden.

„Gerade die getrockneten Kulturen dürfen keinerlei Verunreinigungen enthalten“, erklärt Elisabeth Graaff.

Um ganz sicher zu gehen, führt der Betrieb vor dem Versand sogenannte PA-Analysen durch. Sollten gesundheitsgefährdende Pyrrolizidinalkaloide wie Kreuzkraut mit den Tests nachgewiesen werden, sind die getrockneten Kräuter wertlos und dürfen nicht verkauft werden. Da sich die Wuchsdauer aller Kräuter auf nur wenige Wochen begrenzt und die Kulturen teilweise extrem empfindlich sind, können Dünge- und Pflanzenschutzvorgänge nur sehr sensibel und reduziert vorgenommen werden. „Jeder Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemittel wird von uns präzise erarbeitet“, erläutert Elisabeth Graaff.

 

Komplizierte Fruchtfolgen

Auch auf der Bepflanzungsfolge der Felder liegt ein wichtiger Fokus.

„Wir unterscheiden zwischen Jahres- und Dauerkulturen. Minze oder Melisse etwa stehen mehrere Jahre lang auf einem Feld und werden immer wieder abgeerntet, während andere Pflanzen wie Petersilie und Dill jedes Jahr neu gesät werden.“

Regelmäßig während der Winterzeit plant Elisabeth Graaff die Bepflanzung der Flächen im Voraus und achtet akribisch darauf, dass nach einer tiefwurzelnden Dauerkultur eine Jahreskultur folgt sowie ein maximaler Flächentausch stattfindet. Je nach Lage und Fruchtfolge erfolgt auch eine Begrünung der Flächen über den Winter.

Die meisten Mitarbeitenden von Rheinlandkräuter sind mit Ernte und Pflegearbeiten auf den Feldern des Betriebs beschäftigt. Der Arbeitsplatz von Elisabeth Graaff und ihrer Familie dagegen wechselt ständig zwischen Feld und Büro. Täglich müssen Aufträge und Änderungen angenommen und disponiert werden. Draußen im Feld wird nahezu täglich die Entwicklung der Pflanzen kontrolliert, denn

„bei den Frischkräutern muss jeden Tag erntefähige Ware zur Verfügung stehen, das muss bei der Planung und Durchführung von Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Bewässerung ganz genau berücksichtigt werden.“

Dabei unterscheiden sich die Bodenansprüche der Kräuter natürlich auch voneinander. Die Kräuterexpertin: „Salbei zum Beispiel ist weniger anspruchsvoll als Dill.“
Zusätzlich zu den unterschiedlichen Pflanz- und Marktbedingungen, die der Familienbetrieb dauernd zu berücksichtigen hat, stellen die Klimaveränderungen neue Herausforderungen an die Freiland-Kräuterproduktion. „Wenn es zu heiß wird oder es zu viel regnet, kann uns eine Ernte auch schnell ,umkippen‘“, berichtet Elisabeth Graaff. Kräuter sind lecker und gesund, aber ihre Produktion ist sehr speziell. Bei all den Komponenten, mit denen die Familie jonglieren muss, ist es kein Wunder, dass jeder Arbeitstag für viel Abwechslung sorgt und bei Elisabeth Graaff keine Langeweile aufkommt.

Tags: Pflanze, Ernährung

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